Etikette

Hier ist die Erklärung zur Etikette im Shotokan Karate:

Betreten und Verlassen der Halle

Das Dojo wird ohne Schuhe betreten. Beim Betreten und Verlassen verbeugt man sich im Stand (Rei) in Richtung der Stirnseite (Shomen). Dies zeigt Respekt vor dem Ort des Lernens und symbolisiert die Bereitschaft, sich an die Regeln zu halten.

Begrüßung (Handling)

Der Ablauf folgt einem festen Ritual:

  1. Seiretsu: Aufstellung nach Graduierung (Ranghöchste rechts).
  2. Seiza: Abknien zum Fersensitz.
  3. Mokuso: Meditation mit geschlossenen Augen zur inneren Ruhe.
  4. Mokuso Yame: Beenden der Meditation.
  5. Verbeugungen: Shomen ni Rei, Sensei ni Rei und Otagai ni Rei.

Gürtel binden

Der Karate-Gi muss immer sauber und ordnungsgemäß sein. Der Gürtel sollte so gebunden werden, dass beide Enden gleich lang sind. Das Oberteil des Anzugs wird traditionell so geschlossen, dass die linke Seite über die rechte geschlagen wird.

Etikette der Begrüßung (Wortlaut und Bedeutung)

  • Kiotsuke: „Achtung“ oder „Geist fokussieren“; stellt eine Verbindung zwischen den Anwesenden her.
  • Mokuso: „Ruhiges Denken“; dient der mentalen Vorbereitung und dem Ausblenden des Alltags.
  • Shomen ni Rei: „Gruß nach vorne“; Ehrerbietung vor den Meistern und den Werten des Weges.
  • Sensei ni Rei: „Gruß zum Lehrer“; Ausdruck des gegenseitigen Respekts.
  • Oss (Osu): Ein universeller Begriff für „Danke“, „Bitte“, „Ich habe verstanden“ oder als Grußwort. Es bedeutet wörtlich „drücken“ und „erdulden“.

Begrüßung und Abgrüßung (Schüler zu Lehrer)

  • Begrüßung: Beim Sensei ni Rei wird oft „Onegai Shimasu“ gerufen, was bedeutet: „Ich bitte um Ihre Hilfe/Ihren Unterricht“.
  • Abgrüßung: Zum Abschluss bedanken sich die Schüler beim Lehrer mit „Arigatou gozaimasu“ („Vielen Dank“).
  • Anweisungen des Lehrers sollten immer mit einem lautstarken „Oss“ oder „Hai, Sensei“ quittiert werden.

Sempai – Kohai Beziehung/Verhalten

Der Sempai (ranghöherer Schüler) leitet oft die Begrüßungszeremonie und gibt die Kommandos. Er hat eine Vorbildfunktion und unterstützt die Kohai (rangniedrigere Schüler). Kohai müssen den Anweisungen des Sempai unverzüglich Folge leisten.

Verhalten gegenüber Sensei

Gegenüber dem Sensei (Lehrer) ist höchste Aufmerksamkeit und Respekt geboten. Man sollte ihm nie den Rücken zudrehen, um den Anzug zu richten; dies geschieht zur Rückseite des Raumes gewandt. Fragen und Anweisungen werden zügig beantwortet.

Ritsu Rei / Za Rei (Unterschiede/Gemeinsamkeiten)

  • Gemeinsamkeit: Beide Formen drücken Respekt, Vertrauen und Achtung aus.
  • Ritsu Rei: Gruß im Stehen (Musubi-Dachi). Die Hände liegen an den Oberschenkeln, der Oberkörper neigt sich.
  • Za Rei: Gruß im Kniesitz (Seiza). Die Hände werden in Dreiecksform vor dem Körper auf den Boden gelegt, die Stirn nähert sich dem Boden an.

Otagai ni Rei (Bedeutung und Handling)

Es bedeutet „Gruß zueinander“. Damit danken sich die Übenden gegenseitig für die Hilfe und die gemeinsame Zeit. Man verbeugt sich voreinander (im Seiza oder Stand) und bekundet dies meist mit einem „Oss“. Es unterstreicht, dass Karate ohne den Partner nicht möglich ist.